sinking cities – der Beitrag von Doreen Schenker, Ferdinand Eichler, Jenny Clasen, Thomas Schindler und Steffen Lukannek für den Standort Rostock wurde bei der neunten Auflage des europäischen Ideenwettbewerbes für junge ArchitektInnen mit einem Ankauf ausgezeichnet.
Wohnen "trotz des Wassers" wird zum „Wohnen mit dem Wasser"
Das ehemalige Fischer- und Gerberviertel östlich der Rostocker Innenstadt bietet mehr als die simple Lage am Flussufer der Warnow. Der Bezug zum Wasser ist durch die immer wiederkehrenden Überflutungen weitaus direkter. Anders als im Stadtkern hat man hier stets mit dem Wasser gelebt.
sinking cities thematisiert das ständige, unregelmäßige Kommen und Gehen des Wassers. Vor dem Hintergrund, dass die Überflutungen durch den ansteigenden Meeresspiegel tendenziell zunehmen können, gewinnt dieser Aspekt an Bedeutung.
Die typische Vegetation am Unterlauf der Warnow wird von schilfigen Feuchtwiesen gebildet, die keine definierte, sondern eine bewegliche Uferkante besitzen. In die naturnah wiederhergestellten Wiesen werden in kontrastreicher Strenge urbane Wohncluster aus Mehrfamilienhäusern eingebettet. Diese Bausteine bieten Raum für Wohnen und Arbeiten in verschiedener Ausprägung, Eigentum in bewährten und alternativen Modellen sowie innovative energie- und kostensparende Baukonstruktionen. Die Auswahl der Wohnungstypen kann leicht dem Bedarf angepasst werden.
Das wesentliche verbindende Gestaltungselement des Konzepts ist das Fließen der Wiesenlandschaft und des Wassers um die Quartiere herum und in die Höfe hinein. Die Freiflächen, in feinen Abstufungen vom Privaten bis zum gemeinsamen Hof, dienen als Pegel. Der Wasserstand ist stets präsent und an den terrassierten Flächen mit sorgsam gefügten Schwellen ablesbar. Die Höhenlage der Straßen und der Erdgeschossebenen garantieren eine hochwassersichere Nutzung.
sinking cities bietet Wohnen vor den Toren der Innenstadt, in hochwassersicher angelegten Wohnquartieren, in unmittelbarem Kontakt zur freien Landschaft und dem Rhythmus des Wassers.